Rechtsanwälte Damm + Marquard Hamburg

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Stand: 19.02.2012

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Arbeitszeugnis + Zeugniscode
Achten Sie auf die Zwischentöne!

 

Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses besteht grundsätzlich ein arbeitsrechtlich gesicherter Anspruch des Arbeitnehmers auf Erteilung eines Zeugnisses (§ 630 BGB i.V.m. § 113 Gewerbeordnung). 

Man unterscheidet im Arbeitsrecht zwei Zeugnisarten:   

das einfache Zeugnis, das Angaben über die Person und Art und Dauer der Beschäftigung enthält

 

das qualifizierte Zeugnis, das neben den Inhalten des einfachen Zeugnisses auch eine Bewertung des Leistungs- und Sozialverhaltens des Arbeitnehmers enthält. Das qualifizierte Zeugnis ist auf Verlangen des Arbeitnehmers zu erteilen.

Bei berechtigtem Interesse kann ein Mitarbeiter auch während des bestehenden Arbeitsverhältnisses ein Zwischenzeugnis verlangen.

Üblich ist es in fast allen Branchen, dass, außer bei sehr kurzen Beschäftigungsverhältnissen, qualifizierte Zeugnisse erteilt werden. Hier stellt sich nun die Fragen, welche Inhalte ein qualifiziertes Zeugnis haben muss und nach welchen Grundsätzen eine Bewertung des Arbeitnehmers zu erfolgen hat.

 

Wesentliche Bestandteile eines qualifizierten Zeugnisses

Persönliche Daten

Soziale Kompetenz, d.h. Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern

Art und Dauer der Beschäftigung

Schlussformulierung (Danken-Bedauern-Formel, Zukunftswünsche)

Aufgabenbeschreibung

Datum, Unterschrift

Beurteilung der Leistung

 

 

 

Einen festen Bewertungs-Code gibt es nicht. Es kommt entscheidend auf den Gesamtzusammenhang an. Nachfolgende Liste kann deshalb nur einen Eindruck vermitteln ...

 
Sehr gute Leistungen = 1
Leistungen waren sehr gut
hat die übertragenen Aufgaben stets (immer, in jeder Hinsicht) zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt
den Erwartungen und Anforderungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen
waren mit ihren/seinen Leistungen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden
ihre/seine Leistungen haben in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung gefunden
waren mit der Leistung stets sehr zufrieden

 

Gute Leistungen = 2

Leistungen waren gut

hat die übertragenen Aufgaben stets (immer, in jeder Hinsicht) zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt

den Erwartungen und Anforderungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen

waren mit ihren/seinen Leistungen stets zufrieden
ihre/seine Leistungen haben stets unsere volle Anerkennung gefunden
waren mit der Leistung stets zufrieden

 

Befriedigende Leistungen = 3
hat die ihr / ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt / erfüllt
hat die übertragenen Aufgaben immer (stets, sehr) zu unserer Zufriedenheit erledigt / erfüllt
waren mit den Leistungen jederzeit zufrieden
hat jederzeit/ stets zufrieden stellend gearbeitet
waren mit den Leistungen voll zufrieden
hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen

 

Ausreichende Leistungen = 4
hat die ihr / ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt/erfüllt
waren mit den Leistungen zufrieden
hat zufrieden stellend gearbeitet

 

Mangelhafte Leistungen = 5
hat die ihr / ihm übertragenen Aufgaben im großen und ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt/erfüllt
hat sich bemüht, die ihr/ihm übertragenen Aufgaben zu erledigen
Leistung hat unseren Erwartungen entsprochen
sie/er hat unseren Erwartungen entsprochen

 

Ungenügende Leistungen = 6
war bemüht, die ihr / ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen / erfüllen
hatte Gelegenheit, die ihr/ihm übertragenen Aufgaben zu erledigen
waren mit den Leistungen jederzeit zufrieden

konnte den ihr/ihm übertragenen Aufgaben nicht gerecht werden

Arbeitszeugnis 
Bewertungs-Codes  

 

Wortlaut

Bedeutung

Alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt.

Zwar eifrig, aber nicht besonders tüchtig.

Hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.

Hat getan was er konnte, aber viel ist dabei nicht herausgekommen.

Wegen seiner Pünktlichkeit war er stets ein gutes Vorbild.

War in jeder Hinsicht eine Niete

Wir haben uns in gegenseitigem Einverständnis/ Einvernehmen getrennt.

Wir haben ihm gekündigt bzw. ihm nahe gelegt, selbst zu kündigen.

Sie bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.

Sie hat versagt.

War mit Interesse bei der Sache.

Hat sich angestrengt, aber nichts geleistet.

Zeigte für die Arbeit Verständnis.

War faul und hat nichts geleistet.

Erledigte die ihm übertragenen Arbeiten mit Fleiß und war stets willens, sie termingerecht zu beenden.

Absolut unzureichende Leistungen.

... mit großem Eifer und dabei erfolgreich an die Aufgabe herangemacht

Die Leistungen waren dennoch mangelhaft.

Hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.

Der Rahmen war wohl sehr eng, denn die Leistung ist schlecht.

Hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.

Ist ein Bürokrat, der keine Eigeninitiative aufbringt.

Hat alle Arbeiten ordentlich erledigt.

dto.

Wir lernten ihn als umgänglichen Kollegen kennen.

Viele sahen ihn lieber gehen als kommen.

Er ist ein zuverlässiger (gewissenhafter) Mitarbeiter.

Zur Stelle, wenn man ihn braucht; allerdings nicht immer brauchbar.

Er verfügt über Fachwissen und zeigt ein gesundes Selbstvertrauen.

 "Große Klappe", von Fachwissen völlig ungetrübt.

Er war Neuem gegenüber stets aufgeschlossen.

Aber, nicht, um es zu integrieren, zu verarbeiten.

Mit seinen Vorgesetzten ist er gut zurechtgekommen.

Ein Mitläufer, der sich gut zu verkaufen weiß.

Er war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.

Ein sehr unangenehmer, überheblicher Mitarbeiter.

Seine Geselligkeit trug er stets zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.

Er neigte zu übertriebenem, exzessivem Alkoholgenuss.

Für die Belange der Mitarbeiter bewies er immer Einfühlungsvermögen.

Suchte ständig Sexkontakte zu Mitarbeiterinnen.

... umfassendes Verständnis für die Belange der Belegschaft bewiesen.

Homosexuelle Aktivitäten im Unternehmen.

Im Kollegenkreis galt er als toleranter Mitarbeiter.

Für Vorgesetzte dagegen war er ein schwerer Brocken.